Die Geschichte der Jugendfeuerwehr Raunheim-
Ein Blick in die Vergangenheit!

 

Wir beginnen unseren Ausflug in die Geschichte der Jugendfeuerwehr von Raunheim. Dabei soll unsere Berichterstattung nicht nur aus Texten bestehen. Wir versuchen mit Bildern unsere Geschichte verständlich für interessierte Bürgerinnen und Bürger darzustellen und weisen damit auf den hohen Stellenwert der Jugendfeuerwehr hin.

 

Die Anfänge:

Nach dem zweiten Weltkrieg lässt die Selbstverständlichkeit, mit der es bis dahin immer wieder Menschen in den aktiven Dienst der Feuerwehr zog, merklich nach. Um dem entgegenzuwirken, wird um 1950 eine erste Jugendgruppe ins Leben gerufen, die den Nachwuchs langsam an den aktiven Feuerwehrdienst heran führen soll. Allerdings fehlen hier organisatorische Strukturen, pädagogische Konzepte oder auch nur eine Regelung des Mindestalters. Daneben fehlt schließlich jede Anbindung an andere Wehren auf Verbands- oder Landesebene. Mit einer Jugendarbeit, wie sie heute üblich ist, sind diese Versuche nicht zu vergleichen. Kein Wunder also, dass sich die erste Jugendgruppe nur wenige Jahre halten kann.

 

Die Gründung kann beginnen:

Unter Feuerwehr-Kommandant Ludwig Schneider wird im Jahr 1970 die Jugendfeuerwehr gegründet. 10 jungen, meist Freunde eines Sohnes des Kommandanten und Söhne anderer Aktiver, bildet die erste Gruppe unter der Leitung von Jugendfeuerwehrwart Heinz Thomas. Wer das 17. Lebensjahr erreicht, wird in den aktiven Dienst übernommen. Wer einen kleinen Bruder hat, der 12 wird, bringt ihn einfach mit. So hält sich die Jugendfeuerwehr über Jahre bei einer Mitgliederzahl von 13 oder 14 und kann der Einsatzabteilung stetig Nachwuchs liefern. Die meisten bleiben nach ihrer Übernahme noch lang der Feuerwehr treu und übernahmen zum Teil verantwortliche Posten: Der ehemalige Stadtbrandinspektor Klaus-Dieter Schwarz (von 2000 – 2013) war genauso einer der Feuerwehr-„Jungs“ mit leuchtend rotem Helm wie sein Stellvertreter Ulrich Schneider (von 2006 – 2013) oder die Jugendfeuerwehrwarte Maik Klärner (von 2000 – 2012) und Clyde Ortmann(von 1995 – 2008).

 

Die ersten Veränderungen:

Seit der Gründung der Jugendfeuerwehr 1970 hat sich einiges geändert: 1988 können mit dem Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses endlich eigene Jugendräume bezogen werden, inzwischen können auch Mädchen bei der Jugend einsteigen- und auch die Jugendarbeit selbst ist inzwischen weit mehr als nur das Training für die Kreisjugendwettkämpfe. In der Jugendfeuerwehr herrschen die gleichen Strukturen wie in der Einsatzabteilung: Es gibt einen Jugendvorstand, der eine Verbindung zwischen den Kindern und den Betreuern herstellt. Ebenso wie bei den „Großen“ wird jährlich eine eigene Jahreshauptversammlung abgehalten- was sie aber nicht daran hindert, auch an den Veranstaltungen der Aktiven teilzunehmen: Die Jugend ist am Kameradschaftsabend und der Jahreshauptversammlung der Einsatzabteilung ebenso vertreten wie beim jährlichen Vatertagsfest, wo sie die Kinderbetreuung übernimmt. Das Einstiegsalter für die Jugendfeuerwehr wurde von 12 auf 10 Jahren heruntergesetzt, um die Kinder noch früher an die Feuerwehr binden zu können. Da durch den strukturellen Wandel händeringend für den Nachwuchs in der Jugendfeuerwehr nur mit mäßigem Erfolg geworben werden konnte, entschloss sich das Land Hessen durch eine Gesetzesänderung für die Gründung sogenannter Kindergruppen. Ziel der Kindergruppen ist es, die Altersspanne von 6-9 Jahren abzudecken und somit eine Vorgruppe für die Jugendfeuerwehr zu schaffen. Auch in Raunheim entschieden sich die Verantwortlichen dafür, eine Bambini Feuerwehr zu gründen. Nach einer Testphase wurde die Bambini Feuerwehr Raunheim im Jahr 2010 offiziell gegründet und liefert somit stätigen Nachwuchs für die Jugendfeuerwehr. Seit der Gründung der Bambini Feuerwehr konnten wir bereits 8 Kinder in die Jugendfeuerwehr übernehmen, die auch heute noch engagierte Mitglieder sind. Und wer denkt, die Feuerwehr sei nur etwas „für Jungs“, der irrt. 1992 tritt mit Susanne Götz das erste Mädchen der Jugend bei. Sie wird 1995 die erste aktive Feuerwehrwehrfrau Raunheims und beweist damit allen Skeptikern zum Trotz, dass auch Frauen ihren Dienst an der Feuerfront erfolgreich versehen können. Die Kameradschaft, die Aktivitäten und der Spaß bindet Mädchen genau so wie die Jungs an ihre Jugendfeuerwehr.



Mitgliederwerbung zeigt die ersten Erfolge:

Nachdem im Jahr 1999 die Mitgliederstärke in der Jugendfeuerwehr nachlässt- nach Übernahmen der Älteren bleiben nur noch wenige übrig- wird es Zeit, die Werbetrommel zu rühren, die Arbeit der Jugendfeuerwehr öffentlich zu präsentieren und attraktiver zu gestalten. Mit Erfolg! Am Ende des Jahres sind 20 Kinder zu verzeichnen. Seither gibt es pro Jahr mehrere Übernahmen in die Einsatzabteilung. Und das tollte daran ist, dass die Mitgliederstärke seitdem gehalten werden kann. Wer einmal der Jugend beitritt fühlt sich dort zu Hause!

 

Süd-Hessen-Pokal geht nach Raunheim:

Bei den Kreisjugendwettkämpfen im Jahr 2006 qualifizierten wir uns mit dem Platz 4 zur Teilnahme am Süd-Hessen-Pokal in Reinheim (Landkreis Darmstadt-Dieburg). Die Wettkämpfe bestehen aus einem sportlichen und einem feuerwehrtechnischen Teil, der in einer bestimmten Zeit absolviert werden muss. Dabei gelten verschiedene Kriterien wie z.B. die Richtige Befehlswiedergabe oder der ordnungsgemäße Aufbau eines Löschangriffs mit 3 Strahlrohren. Der Wettkampfmannschaft der Jugendfeuerwehr gelang es, mit 1.403 von 1.400 Punkten den 1. Platz beim Süd-Hessen-Pokal zu belegen und somit den Pokal nach Raunheim zu holen- der bisher größte Erfolg in unserer Geschichte!

 

Was macht die Jugendfeuerwehr so besonders?

Zuerst einmal die Hauptsache- die Feuerwehrarbeit. Unter fachmännischer Aufsicht wird alles erlernt, was ein Feuerwehrmann/- Frau wissen muss: Zum Beispiel Knoten binden, Funksprüche absetzen, Einsatztaktiken, Fahrzeugkunde (was finde ich auf welchem Fahrzeug und wo genau?), Reinigung und Pflege der eingesetzten Geräte, Unfallverhütung, Erste-Hilfe und vieles mehr. Das Gelernte wird einmal im Jahr bei den Kreisjugendwettkämpfen unter Beweis gestellt, an denen die Raunheimer Jugendfeuerwehr seit 1970 immer teilgenommen hat. Großes Ziel ist es, an die Leistung aus dem Jahr 1983 und 2006 anzuknüpfen, wo man sich für den Landesentscheid qualifizieren konnte oder den Süd-Hessen-Pokal gewann.

Doch das ist längst nicht alles! Im selbst gestalteten Jugendraum trifft man sich oft, um Pläne für die Freizeit zu schmieden. So geht man gemeinsam schwimmen- in Raunheim oder auch mal in ein Erlebnisbad, spielt Fußball, besucht Sportveranstaltungen, organisiert DVD-Abende, sorgt bei den Kindern der städtischen Ferienspiele für eine Wasserschlacht oder veranstaltet seine ganz private Wasserschlacht, fährt einmal im Jahr zelten, nimmt in den Jahren 2000 und 2007, gemeinsam mit mehr http://www.feuerwehr-raunheim.de/jugend/images/Bilder/Sonstige/image1.jpgals 3.000 Jugendlichen am Megazeltlager der

Feuerwehren teil und stellen dort einen Weltrekord auf (größte Wasserwand der Welt),
engagiert sich an der Jugendsammelwoche, nimmt an Gaudi-Turnieren anderer Feuerwehren teil, läuft beim Kerwe Umzug mit, fährt zum Kreisfeuerwehrtag, sorgt für Unterhaltung der Kinder am Vatertag oder am Tag der Hilfsorganisationen, veranstaltet ein Berufsfeuerwehrwochenende, organisiert eine gemeinsame Weihnachtsfeier mit der Bambini Feuerwehr, besucht andere Feuerwehren (z.B. Berufsfeuerwehren), lädt die Helfer der Jugend einmal im Jahr zu einem Helferessen ein, hilft am Stand der Feuerwehr am Weihnachtsmarkt und fährt die verkauften Weihnachtsbäume aus und präsentiert sich immer wieder mit Infoständen zum Beispiel am Bahnhofstraßenfest, um noch mehr Jugendliche davon zu überzeugen, dass die Jugendfeuerwehr Raunheim alles andere als langweilig ist- denn die Kids von heute sind die Retter von morgen!

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