Tanken, zielen, spritzen

 

Feuerwehr – Nachwuchskräfte trainieren mit Eifer den Umgang mit verschiedenem Gerät in realistischen Situationen

Michael Melcher zielt mit dem Dachmonitor auf den Fluss. Ein kräftiger Strahl entweicht dem Rohr. Währenddessen drückt sein Bruder Silas auf die Knöpfe und stellt die Stärke und den Druck des Strahls ein. Feuerwehrmann Simon Nausch beobachtet die beiden Jungen aufmerksam und erklärt ihnen die Funktion des Wasserwerfers.

Ein paar Meter weiter haben Christine und Oliver Schönfeld, das zweite Geschwisterpaar bei der Raunheimer Jugendfeuerwehr, mit anderen Kameraden und Helfern von der Einsatzabteilung ein Hydroschild aufgebaut. Eine solche Wasserwand wird benötigt, wenn bei einem Großbrand Gebäude oder Tanks gekühlt werden müssen. Damit wird verhindert, dass die Flammen von brennenden Objekten auf andere gefährdete überspringen.


Die Nachwuchskräfte sind begeistert und stolz, die Übung am Mainufer am vergangenen Samstag kommt gut an. „Es ist toll, die Geräte mal selbst zu bedienen und sie nicht nur im Fernsehen zu beobachten“, sagt Michael Melcher. Der Sechzehnjährige ist besonders an der Technik der Wehrfahrzeuge interessiert. Sein Bruder und er stehen oben auf dem Dach des Tanklöschfahrzeugs, von wo aus der Dachmonitor seine beeindruckende Wirkung entfaltet. Sie schauen glücklich drein. Nicht minder zufrieden ist Simon Nausch. Er hat sich freiwillig unter die Helfer gemischt. „Das ist eine tolle Sache, ich erkläre den Jugendlichen gerne etwas“, sagt er.

Es sind Sommerferien. Aber die Jugendfeuerwehr pausiert nicht. In den vergangenen Jahren hat die Nachwuchsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr im vierzehntägigen Rhythmus auch während der Ferienzeit Dienststunden gehalten. Weil die Beteiligung groß war und die Jugendlichen wieder Zeit und Lust haben, gemeinsam Zeit zu verbringen, Dinge auszuprobieren und zu lernen, fallen die Dienststunden in diesem Jahr während der Ferien überhaupt nicht aus.
„Für die Kinder, die nicht in den Urlaub fahren“, erklärt der stellvertretende Jugendwart Patrick Spalke. Freilich nehmen nicht alle der 24 Nachwuchsleute teil, aber immerhin einige. Am Samstag sind sechs Mädchen und Jungen am Mainufer, um praktische Erfahrungen zu sammeln. Jugendwart Patrick Wieczorek und Stellvertreter Patrick Spalke bemühen sich, im Sommer so häufig wie möglich im Stadtgebiet kleine Übungen mit den Jugendlichen abzuhalten. Das bringt Abwechslung, und in der Stadt gibt es mehr Optionen als an der Feuerwache, erklärt Wieczorek.


Mit den Übungen lernen die Jugendlichen bereits die Handgriffe, die sie als Feuerwehrleute bei einem Einsatz beherrschen müssen. Die Übung mit dem Dachmonitor hatte durchaus seine Tücken. Denn zuvor mussten die Jugendlichen eine Saugleitung aufbauen, über die Wasser aus dem Main in das Tanklöschfahrzeug gepumpt wird. Die vier einzelnen Schlauchteile für die Saugleitung sind nicht leicht, so Spalke. Darum schrauben nur die älteren Jugendfeuerwehrleute die Schläuche zusammen.


Der Aufbau einer Saugleitung ist im zweijährigen Rhythmus Übungsteil bei den Nachwuchswettkämpfen. Zwar wird anschließend kein Wasser durch die Schläuche gepumpt, aber die Leitung muss dennoch vorschriftsmäßig aufgebaut werden. Solche Übungen sind auch für Jugendwarte ein aufwendiges Unterfangen: sie müssen geplant und organisiert werden. Weder Wieczorek noch Spalke besitzen einen Lastwagen-Führerschein und sind deshalb auf Helfer aus der Einsatzabteilung angewiesen. Aber die Aktiven stehen der Nachwuchsabteilung gerne zur Seite.
Jugendwart und Stellvertreter sind erst seit der Hauptversammlung im April im Amt. Sie hatten mit Kreisjugendwettkämpfen und Kreisjugendzeltlager gleich spannende Aufgaben zu bewältigen. Jetzt wollen sie sich mehr auf die internen Aufgaben und Abläufe konzentrieren, sind sie doch immerhin für 22 Jungen und zwei Mädchen verantwortlich. Mit dem Tag der Hilfsorganisationen und dem Vatertagsfest kamen vier Neulinge zur Jugendwehr. „Das ist ein schönes Ergebnis, ein Erfolg der Öffentlichkeitsarbeit“, betont Patrick Spalke erfreut.

 

Echo-Online

 

Facebook




Powered by Joomla!®. Valid XHTML and CSS.