„Später werden wir mal Leben retten“

 

Jugendfeuerwehr – Bei einer Übung stellen die Nachwuchs-Brandbekämpfer ihre Kenntnisse unter Beweis

Rollende Schläuche: Die Jugendfeuerwehr übte einen Löschangriff mit Personenrettung.   Foto: Regina Dörhöfer
Rollende Schläuche: Die Jugendfeuerwehr übte einen Löschangriff mit Personenrettung.
 
Die Jugendfeuerwehr übte einen Werkstattbrand, obendrein galt es, eine vermisste Person zu retten.
Nebelschwaden ziehen am Samstagnachmittag aus der Feuerwehrwerkstatt auf den Parkplatz. Es brennt, und ein großes Feuerwehrauto setzt sich in Fahrt zum Einsatzort gleich um die Ecke. Aus dem roten Feuerwehrwagen springen, abgesehen vom Fahrer, aber keine Erwachsenen, sondern acht Mitglieder der Jugendfeuerwehr.

Die Kinder hatten sich dem Szenario Werkstattbrand zu stellen – und durften ihren Jugendbetreuern ihre Kenntnisse in Sachen Löschangriff und Personenrettung unter Beweis stellen. Ganz wie die Großen stellten sich die Nachwuchskräfte zunächst neben dem Feuerwehrfahrzeug auf, um vom Gruppenführer die Situation geschildert zu bekommen – und dann die eingeübten Vorgehensweisen abzuspielen.

 

Mit einem Strahlrohr in die verrauchte Werkstatt

Zwei Jungen machten sich dann auch sofort daran, mit einem Strahlrohr in die mit Übungsnebel verrauchte Werkstatt vorzurücken, eine erste Brandbekämpfung vorzunehmen und nach einer vermissten Person zu suchen.

Der Rest der Mannschaft sorgte im Außenbereich für eine optimale Wasserversorgung. Wobei sich die Kinder manchmal nicht sicher waren, wo sich das benötigte Material im Fahrzeug befand. Der Feuerwehrnachwuchs musste also suchen. Ließ sich etwas gar nicht finden oder standen die Kinder mit fragendem Blick vor dem Kupplungsstück, halfen die Betreuer Patrick Spalke, Patrick Wieczorek, Patrick Krzewitza und Tamara Müller auch gern weiter.

Die jüngsten Nachwuchskräfte sind gerade frisch der Bambini-Feuerwehr entwachsen, und so war nicht nur manche Einsatzkleidung noch zu groß, sondern auch der Übungsablauf überforderte noch ein wenig.

„Wir üben aber fünf bis sechs Mal im Jahr solche Einsätze und führen die Kinder Stück für Stück in die Feuerwehrarbeit ein“, so Jugendfeuerwehrwart Patrick Spalke. Wegen der Ferien fehlten einige der insgesamt 18 Jugendfeuerwehrmitglieder, doch so hatten vor allem die Elfjährigen auch eine Chance, sich langsam ans Geschehen ranzutasten.

„Jugendfeuerwehr macht einfach Spaß. Später werden wir mal Leben retten und viele Feuer löschen“, sagten beispielsweise die beiden elf Jahre alten Jan-Lukas Kneller und Christian Sarchev. Sie hatten den Schlauch ins Gebäude nachzuführen und dafür Sorge zu tragen, dass sich nichts verheddert.

Aus 17 Jungen und einem Mädchen besteht derzeit die Raunheimer Jugendfeuerwehr, die noch weitere interessierte Kinder, gerne auch mit Migrationshintergrund, aufnehmen würde. „Die Jugendfeuerwehr ist die Zukunft der Einsatzabteilung“, so Spalke.

 

Übungsplätze sind rar geworden

Der Jugendfeuerwehrwart bedauert es, dass es durch die zunehmende Bebauung immer schwerer würde, Übungsplätze für die Jugendfeuerwehr zu finden. Früher hätten sie beispielsweise oft auf dem Resart-Ihm-Gelände trainiert.

Nichtsdestotrotz hatten die Nachwuchskräfte am Samstag ihren Spaß auf dem eigenen Gelände, durften sie doch zum Abschluss auch mit Wasser hantieren und ein Übergreifen der Flammen auf ein Nachbargebäude verhindern.

 

Echo-Online

 

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